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Hier finden Sie den Ablauf von der Erkennung über die Operation bis zur Genesung meines bösartigen Prostata-Karzinoms (CA):

Quelle: Takeda Pharma GmbH, Aachen

Erkennung: Im Rahmen der Behandlung einer Infektion wurde bei meinem Urologen (Dr. med. Thilo Böhme, Bruchköbel) auch die normale jährliche Vorsorgeuntersuchung durchgeführt. Zusätzlich zur Abtastung wurde ein rektaler Ultraschall vorgenommen. Hier ergaben sich geringe Anzeichen einer Vergrößerung der Prostata. Zusätzlich wurde eine genommene Blutprobe auf den PSA-Wert (Prostata spezifisches Antigen) untersucht. Es ergab sich ein Wert von 7,27. Der Normalwert sollte maximal ca. zwischen 2 und 3 liegen. Wir entschlossen uns dann zu einer Gewebeprobeentnahme* (Biopsie) der Prostata. Das Ergebnis zeigte bei 6 entnommenen Proben einen Befall von 1, fünf waren ohne. Um festzustellen, ob sich die Krebszellen bereits im Körper ausgebreitet hatten erfolgte im Stadtkrankenhaus Hanau, Abt. Nuklearmedizin ein Skelettszintigramm*. Gottseidank  zeigten sich keinerlei Metastasen, d. h. der Krebs hatte sich noch nicht ausgebreitet, sodaß nach eingehenden Gesprächen unter Berücksichtigung der Verkapselung des CA und meines Alters die einzig richtige Lösung die totale Entfernung (radikale Prostatektomie) sei. Zur Vorbereitung der Operation wurde noch ein Nierenröntgen und eine Blasenspiegelung* durchgeführt. Beides zeigte zufriedenstellende Ergebnisse.

*Erklärungen: Alle nachfolgend erklärten Untersuchungen werden ambulant durchgeführt. Die Gewebeprobeentnahme der Prostata ist absolut schmerzfrei. Es werden  über die rektale Einführung des Instrumentes 6 Proben abgezwackt, wobei man lediglich einen Lufthauch verspürt. Nachfolgend hat man noch ca 4-6 Stunden leichtes Blut im Stuhl. Das Skelettszintigramm ist wie die Computertomographie. Man erhält ein Kontrastmittel gespritzt, welches sich ca 4 Stunden im Körper verteilen muß. Dann erfolgen die Aufnahmen. Anhand verschiedener Farben kann man erkennen, ob und wieweit sich bereits Metastasen gebildet haben. Die Blasenspiegelung wird über die Harnröhre vorgenommen. Durch Einspritzen eines Gels in die Harnröhre wird eine lokale Betäubung erreicht. Zusätzlich empfehle ich noch eine sog. Betäubungsspritze. Man kann zwar danach kein Auto fahren, ist aber auch nicht vollkommen betäubt. Danach hatte noch ca 8 Stunden Blut im Urin. Im Krankenhaus wurde später stationär nochmals die Blasenspiegelung vorgenommen, sodaß ich jetzt weiß, daß man diese Untersuchung beim Urologen ablehnen sollte. Zumal es im Krankenhaus unter Zeitnarkose gemacht wird, welches absolut schmerzfrei und ohne Nachwirkungen ist.

Operation: Nach eingehenden Informationen und Gesprächen mit meinem Urologen haben wir uns für die Städtischen Kliniken Offenbach entschieden. Die Urologie unter Leitung Herrn Prof. Dr. med. Ulf Tunn gehört in Deutschland zu den führenden Einrichtungen und der Professor ist eine internationale Kapazität auf diesem Gebiet. Die Aufenthaltsdauer muß man mit 2,5 bis 3 Wochen kalkulieren. Nach der Aufnahme am Montag vormittag wurde erstmal jede Menge Blut entnommen, um verschiedene Untersuchungen vorzubereiten. Es wurde der Brustkorb und die Lunge geröntgt, EKG, Harnstrahlmessung und, wie oben erwähnt, nochmals eine Blasenspiegelung vorgenommen. Der Termin des Eingriffs wurde für den nächsten Morgen vorgesehen. Abends gab es deshalb nur eine Suppe und Abfuhrlösung. Am Dienstag gegen 7.30 Uhr wurde ich nach einer ersten Betäubungsspritze auf der Station in den OP gefahren. Ab da weiß ich nichts mehr. Ich habe später erfahren, daß die Operation ca 4 Stunden gedauert hatte und ich gegen Mittag in den Aufwachraum gebracht wurde. Gegen 17.30 Uhr abends erwachte ich das erste Mal, als meine Frau neben meinem Bett stand. Dann wurde ich zurück ins Zimmer gebracht, wo ich wiederum bis zum nächsten Morgen gegen 7.00 Uhr schlief.  Während der Operation wurde die Prostata, die Lymphknoten und die Samenblase entfernt. Die Nerven waren nicht angegriffen und konnten erhalten werden.

Krankenhausaufenthalt: Da ich privat versichert bin, hatte ich ein 2-Bett-Zimmer mit eigener Naßzelle und Chefarzt-Behandlung. Aufgeweckt wurden wir jeden Morgen gegen 7.00 Uhr zum Bettenmachen, Fiebermessen und Erhalt der Thrombosespritze. Bis gegen 8.00/8.30 Uhr hatten wir dann Zeit uns zu waschen, dann kam das Frühstück. Wir konnten hier zwischen Marmelade/Honig oder Wurst/Käse wählen, Kaffee oder Tee, Brot oder Brötchen. Es war immer ausreichend und gab keinen Anlaß zur Klage. Nach dem Frühstück war die Visite, meist durch den Oberarzt Dr. med. Eckart, den Stationsarzt Dr. D. Brix, manchmal auch durch den Professor mit Gefolge selbst. Es folgten bis Mittag diverse Untersuchungen, Gespräche und so verging die Zeit bis gegen 12.30 Uhr zum Mittagessen. Es gab hier die Wahl zwischen verschiedenen Zubereitungen wie Cholesterinfrei, für Diabetiker, Vegetarier, kochsalzarm usw. Nachmittags gab es weitere Untersuchungen, das Bett wurde erneut frisch bezogen und es kamen die zahlreichen Besucher. Die reguläre Besuchszeit lag zwischen 14.30 und 19.00 Uhr, auf der Privatstation konnte man allerdings zu jeder Tageszeit Besucher empfangen. Nach dem Abendessen kam vor dem Schlafengehen nochmals die Abendvisite gegen 20.00 Uhr, diesmal ausschließlich durch Herrn Prof. Dr. med. Ulf Tunn persönlich. Während der Nacht wurde stündlich durch die Nachtschwester kontrolliert.

1. Anschlußheilbehandlung (AHB): Unmittelbar nach Entlassung aus dem Krankenhaus, spätestens jedoch innerhalb der nächsten 14 Tage sollte man eine AHB in einer Reha-Klinik antreten. Dies ist keine Pflicht, kann von mir jedoch nur unbedingt empfohlen werden. Krankenkasse bzw. Versicherer übernehmen anstandslos die Kosten, der Antrag wird direkt vom Krankenhaus gestellt. Mein Urologe und das Krankenhaus Offenbach empfahlen die Klinik Wildetal in Bad Wildungen-Reinhardshausen. Diese ist auf Urologie und Krebsnachsorge spezialisiert und bundesweit eine der führenden. Also reiste ich guten Mutes im November 2001 an. Bereits bei der Aufnahme wurde mir mitgeteilt, daß die BfA 4 Wochen genehmigt hatte.

2. Reha: Nach einer Tumorerkrankung bzw. Behandlung hat man gegenüber der BfA Anspruch im folgenden und darauffolgenden Jahr auf eine 2. und ggfls. 3. Reha-Kur. Diese fand im November 2002 wieder in Bad Wildungen statt, diesmal 3 Wochen in der Klinik am Kurpark

3. Reha: Entgegen der vorherigen Meinung hat man jetzt, auch nach einer Tumorerkrankung, keinen automatischen Anspruch mehr auf eine weitere Kur. Erst nach Widerspruch gegen die Ablehnung und erneuter Begründung durch den behandelnden Urologen wurde einer weiteren Reha-Maßnahme zugestimmt. Diese war wiederum, wie bei der  AHB, im Dezember 2003 die Klinik Wildetal in Bad Wildungen-Reinhardshausen. 

Nachsorge: Natürlich gehe ich noch heute 1 x jährlich zum Urologen zur Nachsorge. Glücklicherweise liegt der PSA immer bei 0,004 und natürlich hoffen wir, daß es auch so bleibt. Und das wünsche ich auch allen Lesern dieses Berichtes, die unter gleichem Problem leiden oder litten. Sollten Sie Fragen haben versuche ich gerne diese zu beantworten. ALLES GUTE.

                                                        

       Schreiben Sie mir:             08.06.2007