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Bericht über die Fahrradtour Westfälische Mühlenroute im Juli 2003 mit meinem Freund Bernd. Diese Route berührt ca. 40 Mühlen und diverse andere Sehenswürdigkeiten und wir sind insgesamt 380  km gefahren. Es gibt verschiedene Schleifen, Abkürzungen, Verlängerungen, sodaß man je nach eigenem Können und Kondition entsprechend abändern kann. Die Mühlenroute verläuft im Groben nördlich und südlich des Wiehengebirges, entlang der Weser und  berührt den Mittellandkanal.

Ablauf:

15.7.03: Nach dem Start bei Osnabrück mußten wir erst den Teutoburger Wald und das Wiehengebirge überqueren und kamen dann nach einigen großen Anstiegen und langen Abfahrten über Melle und Preussisch Oldendorf nach Levern. Dort trafen wir auf die 1. Mühle, die Kolthoffsche Mühle. Nach 4,5 Stunden reiner Fahrzeit und 63 km übernachteten wir im Cafe Bunde für EUR 20,-- p.P. in einem Ferienappartment mit Frühstück.

  Kolthoffsche Mühle in Levern und Bernd

16.7.03: Nach dem ausgiebigen Frühstück zusammen mit dem Vermieterehepaar fuhren wir auf weitgehend ebenem Gelände entlang des Stemweder Berges über Oppenwehe nach Rahden. Als Übernachtungsort wählten wir nach 4 Stunden reiner Fahrzeit und 61 km Espelkamp, welches keine so gute Entscheidung war. Nach meiner persönlichen Ansicht ist dies der häßlichste Ort in Deutschland, den ich je gesehen habe. Wir übernachteten im Hotel Mittwald in einem sehr kleinen und engen DZ mit ÜF für 36,-- p.P. Dafür konnten wir im dazugehörigen Biergarten gut und ausführlich zu Abend essen.

17.7.03: Da Espelkamp nicht direkt an der Mühlenroute liegt und wir nicht wieder zurückfahren wollten, suchten wir uns einen Weg quer durch die Prärie. Dies war einfacher gedacht als getan und nach ca 2 Stunden Irrfahrt und vielen falschen Auskünften Ortsansässiger erreichten wir schließlich bei Hille wieder die Route und fuhren Richtung Petershagen entlang der Weser bis Großenheerse. Nach 5 Stunden und 78 km erreichten wir das dortige Mühlencafe. Nach Kaffee mit frischem Blechkuchen beschlossen wir hier zu übernachten, da die nächsten Übernachtungen nach unseren Informationen erst in ca 2 Stunden zu erreichen gewesen wären. Hier bezahlten wir EUR 28,-- p.P. pro Zimmer. Sehr süße Zimmer mit naturbelassenem Holz und rot karierter Bettwäsche. Zu unserem kleinen Kreis von insgesamt 6 Radlern gesellte sich am späten Abend noch die Wirtin, sodaß dies nach Verkostung des "Mühlentropfens" eine lange Nacht wurde.

Windmühle Großenheerse und ich am nächsten Morgen

18.7.03: Am nächsten Morgen fuhren wir die Weser abwärts bis Schlüsselburg, wo die nächste Überquerung möglich war. Auf der anderen Seite dann zurück entlang verschiedener Mühlen bis Minden. Nach 4,5 Stunden und 60 km erreichten wir das 5-Sterne-Hotel Victoria. Die sehr schönen und riesigen Zimmer mit ca 20 qm Bad für EUR 60,-- p.P. (Radlersonderpreis zum Wochenende) hatten nur den Nachteil, daß sie direkt zum Marktplatz hinausgingen und aufgrund des schönen Wetters dort eine südliche Atmosphäre angesagt war, d.h., Ruhe kehrte erst gegen 3.00 Uhr morgens ein. Und um 4.30 Uhr kam die Müllabfuhr. Man sollte mal über Schallschutzfenster und eine Klimaanlage nachdenken. Mein Tipp: Zimmer nach hinten hinaus verlangen.

19.7.03: Nun merkte man das Wochenende. Entlang der Weser über Porta Westfalica bis Bad Oeynhausen war ein ziemlich reger Verkehr auf der Mühlenroute, die hier identisch mit dem Weserradweg ist. Da wir in Lübbecke übernachten wollten, mußten wir erneut das Wiehengebirge überqueren. Da wir hier aber keine Übernachtung fanden ging es wieder zurück übers Gebirge nach Hüllhorst. Diese beiden Überquerungen kosteten fast unsere letzte Kraft, zumal wir wegen der Länge der Strecke und der Steigungen wiedermal komplett falsche Auskünfte von Einheimischen erhielten. Bei dieser Abfahrt vom Wiehengebirge nach Unterlübbe erreichten wir unsere Höchstgeschwindigkeit auf dieser Tour mit 54,3 kmh. Danach stärkten wir uns mit Kaffee, roter Limonade und frischem Blechkuchen an der Mühle Eickhorst. Nach 4,5 Stunden und 64 km fanden wir dann unsere Nachtruhe im Hotel Wiehen-Therme Struckmeyer für EUR 42,-- p.P.

Mühle Eickhorst und ich

20.7.03: Heute ging es wieder Richtung Heimat sprich Osnabrück, welches wir nach Überquerung des Teutoburger Waldes bei einer Tagestemperatur von über 39 Grad C im Schatten (wir hatten keinen, da der letzte mehrere km lange Anstieg voll in der Sonne lag) nach 3,5 Stunden und 47 km erreichten.

Alle oben genannten Zeiten sind reine Fahrzeiten, die Pausen wurden nicht festgehalten. Und die Preise verstehen sich jeweils pro Person pro Zimmer mit Frühstück, sofern nicht anders vermerkt.

Insgesamt gesehen kann man sagen, die Radwege sind in sehr gutem Zustand, meist geteert, manchmal mit Splitt. Überwiegend geht es in ebenem Gelände voran, wenn auch verschiedene Steigungen sich nicht vermeiden lassen. Die Mühlen sind sehr interessant, manche sind auch unter der Woche geöffnet. Meistens aber nur am Wochenende und an den Mahl- und Backtagen. Hier herrscht jedoch dann ein großer Andrang. Ich verzichte hier bewußt auf die Angabe der ca 40 Mühlen. Hierzu gibt es für Interessierte beim Mühlenkreis Minden-Lübbecke unter www.muehlenkreis.de sehr schöne Broschüren mit Erklärungen und Abbildungen aller Mühlen.

Allgemein ist die Infrastruktur in diesem Gebiet sehr schwach, unter der Woche sind kaum Gaststätten oder Biergärten geöffnet. Es empfiehlt sich daher die Mitnahme größerer Getränkereserven. Einkaufsmöglichkeiten gibt es nur in den größeren Städten.

 

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    Schreiben Sie mir doch mal:         17.10.2013